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Das Ad-Hoc Schiedsgericht als Alternative zu institutionellen Schiedsgerichten

ad hoc Schiedsverfahren

Das Ad-Hoc Schiedsgericht als Alternative zu institutionellen Schiedsgerichten

Ein Ad-Hoc Schiedsgericht stellt eine interessante Alternative zum institutionellen Schiedsgericht dar, wenn die Parteien zum einen bereits über Erfahrungen mit der Schiedsgerichtsbarkeit verfügen und sie zum anderen bereit dazu sind, einen bestimmten Verwaltungsaufwand auf sich zu nehmen. Wie sich beide Verfahrensformen voneinander unterscheiden und was es bei einem Ad-Hoc Schiedsgericht zu beachten gilt, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Innerhalb der Schiedsgerichtsbarkeit unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Schiedsgerichten: Zum einen die institutionellen Schiedsgerichte und zum anderen die Ad-Hoc Schiedsgerichte. Unter einem institutionellen Schiedsgericht versteht man ein Schiedsgericht, das im Zusammenwirken mit einer Organisation zustande kommt, die den Parteien bestimmte Verwaltungsstrukturen, Regeln und andere unterstützende Merkmale zur Verfügung stellt. Hierzu verfügen die institutionellen Schiedsgerichte meist über eine eigene Verwaltung, wirken bei der Bestellung von Spruchkörpern mit, administrieren und regeln die gesamten Verfahren oder legen Honorare und Kosten fest. Darüber hinaus stellen die meisten institutionellen Schiedsgerichte interessierten Parteien standardisierte Schiedsklauseln zur Verwendung in eigenen Verträgen zur Verfügung. In Bezug auf die Auswahl der Schiedsrichter sind die Parteien in der Regel frei. Allerdings gibt es verschiedene institutionelle Schiedsgerichte, die vorschreiben, dass ausschließlich Schiedsrichter aus einer spezifischen Liste ausgewählt werden dürfen.

 Um genau diese Themen, Fragestellungen und Bereiche müssen sich die Vertragsparteien eigenständig kümmern, wenn sie sich für ein Ad-Hoc Schiedsgericht entscheiden. Sie werden dadurch auf der einen Seite unabhängig von den Schiedsordnungen und Verfahrensregeln der Schiedsorganisationen, müssen im Gegenzug aber auch auf die Unterstützung durch die Institutionen verzichten.

 Institutionelles Schiedsgericht oder Ad-Hoc Schiedsgericht?

Die allgemeinen Eigenschaften und Vorteile, die mit der Schiedsgerichtsbarkeit verbunden sind, gelten sowohl für Ad-Hoc Schiedsgerichte als auch für institutionelle Schiedsgerichte. Der Unterschied ergibt sich lediglich in Bezug darauf, ob eine unterstützende Organisation in Anspruch genommen werden soll oder ob die beteiligten Parteien das Verfahren selbst organisieren und steuern möchten.

 Grundsätzlich sind Parteien, die bislang noch nicht über eingehende Erfahrungen im Bereich der Schiedsgerichtsbarkeit verfügen gut damit beraten, wenn sie sich für ein institutionelles Schiedsgericht entscheiden und die damit verbundene Unterstützung und die Regelung und Steuerung des anstehenden Verfahrens in Anspruch nehmen. Allerdings sollte man sich in diesem Fall intensiv mit der jeweiligen Schiedsordnung auseinandersetzen und hierbei vor allem überprüfen, ob diese unter Umständen zu bestimmten Einschränkungen führt. Dies kann zum Beispiel in Bezug auf die Auswahlmöglichkeiten von Schiedsrichtern oder bestimmte Verfahrensregeln relevant sein.

Sollte man sich dafür entscheiden, in Verträgen für den Fall späterer Auseinandersetzungen ein Ad-Hoc Schiedsgericht zu vereinbaren, dann empfiehlt es sich, eine Musterschiedsordnung festzulegen. Auf diese Weise lassen sich bereits im Vorfeld bestimmte Rahmenparameter verbindlich vereinbaren, was den Aufwand in Bezug auf die Verwaltung späterer Verfahren deutlich reduziert.

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