Der Begriff Award wird im internationalen Schiedsrecht als englische Bezeichnung für den Schiedsspruch verwendet. Er ist die verbindliche Entscheidung des Schiedsgerichts über die Streitigkeit und entspricht in seiner Wirkung einem staatlichen Urteil.
Fachdefinition
Ein Award ist das Ergebnis eines Schiedsverfahrens, erlassen durch das Schiedsgericht (Tribunal).
Es gibt verschiedene Arten von Awards:
Final Award – endgültige Entscheidung über den gesamten Streitgegenstand
Partial Award – Entscheidung über einen Teilaspekt (z. B. Haftung, aber nicht Höhe des Schadens)
Interim Award – Entscheidung über Vorfragen, etwa Zuständigkeit oder Beweiserhebung
Consent Award – Schiedsspruch im vereinbarten Wortlaut, der eine Parteieinigung dokumentiert
Rechtswirkung:
Der Award ist bindend und entfaltet die gleiche Wirkung wie ein staatliches Urteil.
Er kann nur im Rahmen eines Aufhebungsverfahrens (z. B. nach § 1059 ZPO) angefochten werden.
Seine internationale Vollstreckung erfolgt nach dem New Yorker Übereinkommen (NYC) in über 170 Staaten.
Praxisbeispiel
Ein US-amerikanischer Investor gewinnt ein ICC-Schiedsverfahren in Paris gegen ein asiatisches Energieunternehmen. Das Tribunal erlässt einen Final Award, der den Beklagten zu Schadensersatz verpflichtet. Dieser Award ist international nach dem New Yorker Übereinkommen vollstreckbar.
Relevanz & Vorteile
Der Award ist das Kernstück der Schiedsgerichtsbarkeit. Er bietet den Parteien Rechtssicherheit, Verbindlichkeit und internationale Vollstreckbarkeit. Für Unternehmen ist die Möglichkeit, einen vollstreckbaren Titel auch außerhalb nationaler Gerichte zu erlangen, ein entscheidender Vorteil der Schiedsgerichtsbarkeit.
Weiterführende Links
Glossar: [Schiedsspruch], [Schiedsverfahren], [Vollstreckbarerklärung von Schiedssprüchen], [New Yorker Übereinkommen (NYC)], [Aufhebungsverfahren]
Blog: [Vom Award zur Vollstreckung – Wege der internationalen Titeldurchsetzung]