Von Mehrparteienschiedsgerichtsbarkeit spricht man immer dann, wenn im Rahmen eines Schiedsverfahrens auf einer Seite mehrere Parteien mit gemeinsamem Zweck beteiligt sind. Dies kommt vor allem bei Streitigkeiten hinsichtlich von mehrstufigen Vertragsverhältnissen vor, wie es zum Beispiel unter anderem bei Konstruktionen zwischen Zulieferern, Auftraggebern und Hauptunternehmern der Fall sein kann.

Innerhalb der Mehrparteienschiedsgerichtsbarkeit kann es in Bezug auf die Bindungswirkung der Schiedsvereinbarung für alle verbundenen Beteiligten und hinsichtlich der Schiedsrichterbenennung und -bestimmung zu Problemen kommen. Innerhalb der ZPO ist die Mehrparteienschiedsgerichtsbarkeit ebenso wenig geregelt, wie innerhalb des UNCITRAL-Modellgesetzes. Auch andere Rechtsordnungen regeln die Mehrparteienschiedsgerichtsbarkeit nicht eindeutig.

Die Mehrparteienschiedsgerichtsbarkeit ist nur dann möglich, wenn alle Parteien und Beteiligten ihr zugestimmt haben. Niemand kann gegen seinen Willen in ein Schiedsverfahren gezogen werden.

Vor dem Hintergrund der Kosten und angesichts der Tatsache, dass keine unbegrenzte Anzahl an Schiedsrichtern benannt werden kann, empfiehlt es sich, dass mehrere Personen, die gemeinsam eine Schiedsvereinbarung abschließen, unter anderem auch vereinbaren, dass sie gemeinsam nur einen Schiedsrichter benennen und sich auf diesen einigen.