Werden im Rahmen eines Schiedsverfahrens mehrere Parteien verklagt oder treten mehrere Parteien als Schiedskläger auf, dann spricht man in diesem Zusammenhang von einer Streitgenossenschaft. Hierbei kann es sich sowohl um eine einfache Streitgenossenschaft als auch um eine notwendige Streitgenossenschaft handeln. Mit einer notwendigen Streitgenossenschaft hat man es immer dann zu tun, wenn ein streitiges Rechtsverhältnis allen Streitgenossen gegenüber nur einheitlich festgestellt werden kann oder wenn die Streitgenossenschaft aus einem anderen Grund notwendig ist § 62, ZPO).

Allerdings kann eine Streitgenossenschaft nur dann zustande kommen, wenn sich alle Parteien der Zuständig desselben Schiedsgerichts unterworfen haben. Ob dies im Rahmen von einer oder mehreren Schiedsvereinbarungen oder eine rügelose Einlassung zur Hauptsache geschieht, spielt hierbei keine Rolle. Fest steht jedoch, dass keine Partei gegen ihren Willen in ein Schiedsverfahren hineingezogen werden kann, sondern immer ausdrücklich zugestimmt haben muss.

Für die einfache Streitgenossenschaft gilt, dass es bei Fehlen der Zuständigkeit des Schiedsgerichts in Bezug auf einen Streitgenossen dennoch zu einer Entscheidung gegen oder für diejenigen Streitgenossen kommen kann, für die eine wirksame Schiedsvereinbarung besteht. Handelt es sich dagegen um eine notwendige Streitgenossenschaft, dann wird das gesamte Schiedsverfahren in dieser Situation unzulässig.