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Executive Summary
Das Investitionsschutzabkommen Deutschland – Südafrika (1995) ist
Status: gekündigt durch Südafrika (Kündigung 2013, Ende der Vertragslaufzeit 2014).
Für Altinvestitionen, die vor Vertragsende getätigt wurden, gilt eine Sunset-Klausel bis 2034.
Kernthemen: Weitergeltung des BIT-Schutzes für Bestandsinvestitionen, starke Umbrella-Klausel, Transfergarantien.
Verfahrensseitig wichtig: 6-Monats-Cooling-off, Zugang zu internationalen Schiedsforen für Altinvestitionen.
Historischer Kontext & Rechtsstand
- Unterzeichnung: 11. September 1995, Kapstadt
- Inkrafttreten: 30. April 1998
- Kündigungserklärung: 15. Oktober 2013
- Vertragsende: 15. Oktober 2014
- Sunset-Schutz: bis 15. Oktober 2034 für bis 2014 getätigte Investitionen
- Fundstelle: BGBl. 1997 II, S. 2098
- Aktuelle Notizen: Seither gilt in Südafrika primär das Protection of Investment Act (domestisches Recht) für Neuinvestitionen.
Südafrika beendete mehrere BITs, um regulatorische Spielräume (u. a. Transformationspolitik/B-BBEE) zu sichern. Deutschland bleibt wirtschaftlich ein Schlüsselpartner; für Altinvestitionen wirkt der Treaty-Schutz über die Sunset-Klausel fort.
Zentrale Schutzstandards (bis Oktober 2034 für Altinvestitionen)
- Fair and Equitable Treatment (FET): Art. 2 (1), (2)
- Schutz vor (indirekter) Enteignung: Art. 4 (2), Protokoll Pkt. 4
- Meistbegünstigung (MFN) / Nationale Behandlung: Art. 3 (1), (2); Art. 4 (4) für Kriegsschäden
- Full Protection and Security (FPS): Art. 4 (1)
- Umbrella Clause: Art. 8 (2)
- Transfers/Devisen: Art. 5; Protokoll Pkt. 5 und 6
Schiedsgerichtsbarkeit (ISDS – Sunset bis 2034)
- Forum-Optionen: ICSID und ad hoc/UNCITRAL (UNCITRAL), Art. 11 (2), (3)
- Consent-Mechanik: Art. 11 (2)
- Cooling-off: Art. 11 (1)
- Fork-in-the-Road / Local Remedies: keine ausdrückliche Regelung im Vertrag. Siehe Hintergrund.
- Investition/Investor: Art. 1
- Kostenhinweis: Art. 10 (5) (Staat–Staat) und Art. 11 (3) (Investor–Staat/ICSID).
- Hinweis: Weitere Praxis-Guides: DIS Schiedsverfahren und ICC Schiedsverfahren.
Praktisch relevant bleibt ISDS insbesondere für Maßnahmen, die Altinvestitionen nachteilig betreffen.
Vertragstext als PDF: Download.
Bekannte Schiedsverfahren
Es sind keine deutschen ICSID-Verfahren gegen Südafrika unter diesem BIT öffentlich dokumentiert. Das Verfahren Piero Foresti et al. v. South Africa (nicht-deutsche Investoren) trug maßgeblich zur politischen Debatte über BITs bei.
Strategische Implikationen
- Altinvestitionen absichern: Sunset-Schutz bis 2034 nutzen; Cooling-off einplanen; Dokumentation von Zusagen/Verwaltungsakten sichern.
- Neuinvestitionen strukturieren: Prüfen, ob Drittstaaten-BITs (mit Südafrika) vorteilhafte Schutzstandards bieten; andernfalls Schutz über südafrikanisches Verfassungs- und Investitionsrecht.
- Compliance & Beweis: Nachweis rechtmäßiger Investition, B-BBEE-Compliance, amtliche Korrespondenzen und wirtschaftliche Auswirkungen systematisch dokumentieren.
- Durchsetzung: ISDS-Vollstreckung (Sunset-Fälle) grundsätzlich möglich; bei Domestic-Law-Strategie auf südafrikanische Gerichte und verfassungsrechtliche Remedies ausweichen.
FAQ zum Abkommen Deutschland – Südafrika
Ja, für Altinvestitionen bis 15. Oktober 2014 bleibt der Schutz bis 15. Oktober 2034 bestehen (Sunset-Klausel).
Im Rahmen der Sunset-Klausel: ja, sofern die Voraussetzungen des BIT erfüllt sind (u. a. Cooling-off).
Es gilt primär das Protection of Investment Act (nationales Recht). Internationale Schiedsverfahren sind für Neuinvestitionen grundsätzlich nicht mehr vorgesehen.
Die MFN-Klausel des BIT kann für Altinvestitionen weiterhin relevant sein, etwa bei Entschädigungs-/Kriegsschadensfragen. Eine Prüfung des jeweiligen Streitgegenstands ist unerlässlich.
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Stand: 8. September 2025. Hinweise/Updates gern per Mail.