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Sitzungssaal mit Geschäftsperson als Symbol für Schiedsgerichtsinstitutionen, Schiedsordnungen und internationale Schiedsverfahren.

Institutionen · Schiedsordnungen · Kostenvergleich

Schiedsgerichtsinstitutionen und Schiedsordnungen im Überblick

Schiedsgerichtsinstitutionen administrieren Verfahren, stellen Schiedsordnungen bereit und unterstützen bei der Bestellung von Schiedsrichtern. Die Wahl der Institution beeinflusst Verfahrensablauf, Kosten, Verfahrensdauer und internationale Akzeptanz des Schiedsspruchs.

Diese Seite gibt Unternehmen einen strukturierten Überblick über wichtige Schiedsinstitutionen — von ICC und DIS bis zu regionalen Institutionen in Asien, dem Nahen Osten und der DACH-Region — sowie einen Vergleich von Kostenstrukturen und Verfahrensmerkmalen.

Was leisten Institutionen?

Sie verwalten das Verfahren, überwachen Fristen, unterstützen bei der Ernennung von Schiedsrichtern und stellen bei Bedarf Verwaltungsinfrastruktur und Konfliktmechanismen bereit.

Institutionell oder ad hoc?

Institutionelle Verfahren bieten Struktur und Unterstützung. Ad-hoc-Verfahren nach den UNCITRAL Arbitration Rules bieten mehr Flexibilität, erfordern aber mehr Eigenorganisation der Parteien.

Wann ist die Institutionswahl entscheidend?

Besonders bei grenzüberschreitenden Verträgen, mehreren Vertragsparteien, hohen Streitwerten und internationalen Vollstreckungsanforderungen kann die Wahl der Institution erhebliche Auswirkungen haben.

Führende Schiedsgerichtsinstitutionen

Diese Institutionen werden häufig in internationalen Wirtschaftsverträgen vereinbart und verfügen über etablierte Verfahrensregeln, internationale Infrastruktur und belastbare Verfahrenspraxis.

International · Paris

ICC – International Chamber of Commerce

Die ICC gehört zu den weltweit führenden Institutionen für internationale Handels-, Bau- und M&A-Streitigkeiten. Sie bietet detaillierte Verfahrensregeln, einen Terms-of-Reference-Mechanismus und einen Scrutiny-Prozess für Schiedssprüche.

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Regionale Institutionen

Diese Institutionen sind regional relevant — etwa für Verträge mit Benelux-, Asien-, Nahost- oder Osteuropa-Bezug.

NAI

Netherlands Arbitration Institute, Rotterdam. Schlüsselinstitution für Benelux-Verträge.

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CAM

Camera Arbitrale di Milano. Stark bei M&A, Corporate und italienischem Vertragsbezug.

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SCC

Stockholm Chamber of Commerce. Wichtig für Energie-, Investitions- und Osteuropa-Fälle.

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HKIAC

Hong Kong International Arbitration Centre. Führende asiatische Institution mit starker Infrastruktur.

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DIAC

Dubai International Arbitration Centre. Zentrale Institution für den Nahen Osten.

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QICCA

Qatar International Centre for Conciliation and Arbitration. Regionale Institution in Katar.

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CIETAC

China International Economic and Trade Arbitration Commission. Wichtig für Handel mit China.

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PCA

Permanent Court of Arbitration, Den Haag. Vor allem in Investitions- und Staatenverfahren relevant.

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NAI

Netherlands Arbitration Institute, Rotterdam. Schlüsselinstitution für Benelux-Verträge.

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CAM

Camera Arbitrale di Milano. Stark bei M&A, Corporate und italienischem Vertragsbezug.

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SCC

Stockholm Chamber of Commerce. Wichtig für Energie-, Investitions- und Osteuropa-Fälle.

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HKIAC

Hong Kong International Arbitration Centre. Führende asiatische Institution mit starker Infrastruktur.

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DIAC

Dubai International Arbitration Centre. Zentrale Institution für den Nahen Osten.

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QICCA

Qatar International Centre for Conciliation and Arbitration. Regionale Institution in Katar.

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CIETAC

China International Economic and Trade Arbitration Commission. Wichtig für Handel mit China.

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PCA

Permanent Court of Arbitration, Den Haag. Vor allem in Investitions- und Staatenverfahren relevant.

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Maritime und spezialisierte Institutionen

Branchenspezifische Institutionen für Seeschifffahrt, Binnenschifffahrt und Warenhandel mit eigenen Verfahrensregeln und Fachexpertise.

Vergleich der führenden Institutionen

Die Tabelle zeigt Unterschiede, die für Vertragsgestaltung, Schiedsklausel und Verfahrensplanung relevant sind.

Institution / Regelwerk Verwaltungssitz Verfahrenssprachen Verfahrensdauer (Ø) Kostenstruktur Besonderheit Typischer Einsatz
ICC Paris EN, FR, DE, ES und weitere 18–24 Monate Ad valorem; Verwaltungsgebühr und Schiedsrichterhonorar Terms of Reference; Scrutiny des Schiedsspruchs Internationale Handels-, Bau-, Energie- und M&A-Streitigkeiten
DIS Bonn/Berlin DE, EN 12–18 Monate Ad valorem; häufig attraktiv bei mittleren Streitwerten DIS-Schiedsgerichtsordnung 2018; frühes Case Management Wirtschaftsstreitigkeiten mit deutschem oder DACH-Bezug
LCIA London EN (primär), weitere möglich 15–24 Monate Stundenbasis für Schiedsrichter und Verwaltung Flexibel bei international geprägten Common-Law-Verfahren Finanz-, Energie- und Vertragsrecht nach englischem Recht
VIAC Wien DE, EN 12–18 Monate Ad valorem; transparent kalkulierbar Starke Stellung in Zentral-, Ost- und Südosteuropa Verträge mit Bezug zu Zentral-, Ost- und Südosteuropa, österreichisches Recht, Immobilien und Handel
Swiss Arbitration Centre Genf/Zürich EN, DE, FR 12–18 Monate Ad valorem; Swiss Rules Neutraler Schiedsort Schweiz; etablierte Verfahrensinfrastruktur Internationale Verträge mit Neutralitätsanforderung
UNCITRAL Arbitration Rules Ad hoc Flexibel (Parteienvereinbarung) Variable (12–36+ Monate) Keine institutionellen Gebühren; Schiedsrichterhonorare und Verfahrenskosten Hohe Flexibilität; keine administrierende Institution Investitions-, Staaten- und ad-hoc-Verfahren

FAQ zu Schiedsgerichtsinstitutionen

Häufige Fragen zur Wahl der Institution und zum Verfahrensablauf.

Welche Institution sollte ich wählen?
Die Wahl hängt von Streitwert, beteiligten Parteien, anwendbarem Recht, Schiedsort und Vollstreckungsperspektive ab. ICC bietet eine sehr hohe internationale Akzeptanz. DIS ist bei Deutschland-Bezug und mittleren Streitwerten häufig kosteneffizient. LCIA empfiehlt sich insbesondere bei Verträgen nach englischem Recht. Für neutrale Schiedsorte bieten sich unter anderem das Swiss Arbitration Centre oder VIAC an.
Was kostet ein institutionelles Schiedsverfahren?
Die Kosten hängen von Streitwert, Institution, Zahl der Schiedsrichter und Verfahrensdauer ab. ICC, DIS, VIAC und Swiss Arbitration Centre arbeiten grundsätzlich mit Streitwertmodellen. Die LCIA berechnet Kosten dagegen stärker auf Stundenbasis. Kostenrechner ermöglichen eine erste Orientierung.
Was ist der Unterschied zwischen institutionellem und ad-hoc-Verfahren?
Bei einem institutionellen Verfahren übernimmt eine Institution Verwaltung, Fristenkontrolle und Unterstützungsfunktionen. Bei einem ad-hoc-Verfahren regeln die Parteien dies selbst, häufig nach den UNCITRAL Arbitration Rules. Ad-hoc-Verfahren sind flexibler, erfordern aber mehr Eigenorganisation.
Kann die Institution nach Vertragsschluss noch geändert werden?
Grundsätzlich nur mit Zustimmung beider Parteien. Im Streitfall ist eine Änderung der Schiedsvereinbarung kaum durchsetzbar. Deshalb sollte die Institution bereits bei Vertragsschluss sorgfältig gewählt werden.
Wie lange dauert ein Schiedsverfahren?
Die Dauer hängt von Streitwert, Komplexität, Zahl der Schiedsrichter und der gewählten Institution ab. Einfache Verfahren können innerhalb von 6–12 Monaten abgeschlossen werden. Komplexe internationale Streitigkeiten mit umfangreicher Beweisaufnahme dauern häufig 18–36 Monate. Viele Schiedsordnungen sehen Zeitvorgaben vor — die ICC-Regeln erwarten beispielsweise einen Schiedsspruch innerhalb von sechs Monaten nach den Terms of Reference.
Sind Schiedssprüche international vollstreckbar?
Ja. Das New Yorker Übereinkommen von 1958 ermöglicht die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche in über 170 Staaten. Ein nach den Regeln einer anerkannten Institution ergangener Schiedsspruch ist damit in den meisten Wirtschaftsräumen vollstreckbar — häufig einfacher als staatliche Gerichtsurteile.
Was passiert, wenn eine Partei das Schiedsverfahren boykottiert?
Das Verfahren läuft trotzdem weiter. Die meisten Schiedsordnungen sehen vor, dass das Schiedsgericht auch bei Abwesenheit einer Partei verhandeln und entscheiden kann, sofern diese ordnungsgemäß geladen wurde. Die nicht erschienene Partei verliert lediglich die Möglichkeit, ihren Standpunkt darzulegen — der Schiedsspruch bleibt vollstreckbar.

Institution und Schiedsklausel prüfen lassen

Die geeignete Institution hängt vom konkreten Vertrag, dem Schiedsort, den beteiligten Parteien, der Kostenstruktur und der Vollstreckungsperspektive ab. Eine pauschale Empfehlung ersetzt die Prüfung der Schiedsklausel im Einzelfall nicht.

Wenn Sie wissen möchten, welche Institution zu Ihrem Vertrag passt, eine bestehende Schiedsklausel prüfen oder eine neue Klausel gestalten lassen wollen, nehmen Sie direkt Kontakt auf. Reaktion innerhalb von 48 Stunden.

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