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Schiedsvereinbarungen richtig gestalten – Praxistipps

Schiedsvereinbarung rechtssicher, effizient und vollstreckbar formulieren

Tipps zur Formulierung von Schiedsklauseln in internationalen Verträgen

Wie Sie die Schiedsvereinbarung rechtssicher, effizient und vollstreckbar formulieren.


1. Die richtige Formulierung – Klarheit geht vor

  • Eindeutige Sprache: Klar, widerspruchsfrei, ohne Mehrdeutigkeiten.
  • Schiedsinstitut festlegen: Z. B. DIS, ICC, ICSID.
  • Verfahrensregeln & Schiedsort: Schiedsort, Sprache und Schiedsregeln ausdrücklich bestimmen – der Schiedsort prägt das Verfahrensrecht.

Beispiel: „Alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag werden nach den Schiedsregeln der [Institut] entschieden.“

2. Mindestinhalte einer Schiedsvereinbarung

  • Parteien: Eindeutige Benennung (ggf. Tochtergesellschaften/Beitrittsrechte).
  • Umfang: „Alle Streitigkeiten aus diesem Vertrag“ vermeidet Lücken.
  • Zahl der Schiedsrichter: Einzelschiedsrichter oder Dreiergremium.
  • Verfahrenssprache: Verbindlich festlegen.
  • Schiedsort: Für anwendbares Verfahrensrecht zentral.

3. Typische Fehler vermeiden

  • Unbestimmtheit: Vage Klauseln erzeugen Zuständigkeitsstreit.
  • Formmängel: Schriftform beachten (z. B. § 1031 ZPO; UNÜ).
  • Überkomplexe Eskalation: Stufen (Mediation/Gutachten) klar gewichten oder vermeiden.

4. Erweiterte Gestaltungsoptionen

  • Mehrparteien: Regeln zu Joinder und Consolidation aufnehmen.
  • Beschleunigt (Fast-Track): Voraussetzungen (z. B. Streitwert < X) und Einzelschiedsrichter definieren.
  • Vollstreckung: Klarstellung, dass Schiedssprüche bindend und nach UNÜ/ICSID vollstreckbar sind.

5. Muster-Schiedsklausel für internationale Verträge

„Alle sich aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ergebenden Streitigkeiten werden abschließend nach der Schiedsordnung des [Schiedsinstitut] durch ein [Einzelschiedsrichter/Dreiergremium] entschieden. Schiedsort ist [Ort], Verfahrenssprache ist [Sprache]. Das anwendbare materielle Recht ist [Rechtsordnung].“

Copy-&-Paste Variante (kompakt)
Alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag werden abschließend nach der Schiedsordnung des [Schiedsinstitut] durch ein [Einzelschiedsrichter/Dreiergremium] entschieden. Schiedsort ist [Ort]. Verfahrenssprache ist [Sprache]. Es gilt das materielle Recht von [Rechtsordnung].

Diese Form minimiert jurisdictional challenges und beschleunigt die Verfahrenseinleitung.

6. Besonderheiten in Branchenverträgen

  • Transport & Logistik: Branchenspezifika (z. B. Schiedsort, branchenspezifische Regeln) berücksichtigen.
  • Investitionsschutz: ICSID-Mechanik und völkerrechtliche Anforderungen prüfen.

Siehe auch: NAI AmsterdamKosten ICC-Schiedsverfahren

FAQ: Häufige Fragen zur Schiedsvereinbarung

Welche Mindestinhalte sind Pflicht?

Parteien, Gegenstand/Umfang, Schiedsinstitut/Regeln, Zahl der Schiedsrichter, Schiedsort, Sprache und idealerweise das anwendbare Recht.

Wann lohnt sich ein Einzelschiedsrichter?

Bei geringeren Streitwerten oder wenn besondere Beschleunigung gewünscht ist; bei komplexen Sachverhalten bietet ein Dreiergremium oft mehr Akzeptanz.

Wie sichere ich die Vollstreckbarkeit?

Mit anerkannten Schiedsregeln, geeignetem Schiedsort und klarer Bindungswirkung; Vollstreckung typischerweise nach UNÜ bzw. ICSID-Regeln.

Fazit: Präzise formulierte Schiedsvereinbarungen sind das Fundament effizienter, vollstreckbarer Schiedsverfahren. Wer sorgfältig gestaltet, reduziert Risiken und gewinnt Geschwindigkeit.
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