Die Case Management Conference (CMC) ist eine Verfahrensbesprechung zu Beginn eines Schiedsverfahrens, bei der das Tribunal und die Parteien organisatorische und prozessuale Fragen klären. Ziel ist es, den Ablauf des Verfahrens effizient zu gestalten und auf die Bedürfnisse des konkreten Falls zuzuschneiden.
Fachdefinition
Eine Case Management Conference ist ein strukturiertes Treffen, das üblicherweise nach der Konstituierung des Tribunals stattfindet. Sie kann persönlich, per Videokonferenz oder telefonisch durchgeführt werden.
Typische Themen:
Zeitplan und Procedural Timetable
Organisation von Schriftsätzen und Dokumentenproduktion
Fragen zur Beweisaufnahme (z. B. Anwendung der IBA Rules on Evidence)
Umgang mit Zeugen- und Sachverständigenbeweisen
Verfahrenssprache und Übersetzungsbedarfe
Nutzung von Case Management Tools (z. B. elektronische Plattformen)
Vereinbarung über mögliche Mediation oder Settlement-Versuche
Viele Schiedsordnungen sehen CMCs ausdrücklich vor, z. B. Art. 24 ICC-Schiedsordnung oder § 27 DIS-Schiedsordnung.
Praxisbeispiel
In einem ICC-Schiedsverfahren mit Sitz in Frankfurt findet unmittelbar nach Konstituierung des Tribunals eine Case Management Conference per Videokonferenz statt. Das Tribunal legt zusammen mit den Parteien fest: zwei Schriftsatzrunden, eine Hauptverhandlung in 10 Monaten, Anwendung der IBA Rules on Evidence und Nutzung einer gesicherten Online-Plattform für Dokumentenaustausch.
Relevanz & Vorteile
Effizienz: Frühzeitige Strukturierung verkürzt Verfahrensdauer
Transparenz: Parteien kennen den Ablauf und können besser planen
Flexibilität: Anpassung des Verfahrens an die Besonderheiten des Falls
Kostensenkung: Vermeidung unnötiger Schriftsätze oder Verfahrensschritte
Die CMC ist ein zentrales Instrument modernen Verfahrensmanagements und stärkt die Akzeptanz der Parteien.
Weiterführende Links
Glossar: [Procedural Order], [Terms of Reference], [Case Management], [Schiedsverfahren]
Blog: [Case Management im Schiedsverfahren – Best Practices]